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Albanische Flüchtlinge geben Einblick in ihre Kultur

Albanische Flüchtlinge geben Einblick in ihre Kultur

Die Flüchtlingskinder eröffneten die Veranstaltung mit der albanischen Nationalhymne.

Rahden – „Nje Shok i mire ne dite te veshtire“ – das ist albanisch und bedeutet übersetzt „einen guten Freund erkennt man in der Not“. Wahre Freunde haben auch die Flüchtlinge gefunden, die in Rahden Zuflucht vor den Verhältnissen in ihren Heimatländern gesucht und gefunden haben.

Dafür sind die Familien und Einzelpersonen sehr dankbar. Am Freitagabend hatten die albanischen Flüchtlinge zu einem landestypischen Abend ins evangelische Gemeindehaus eingeladen und feierten dort mit ihren neuen Freunden, um ihren Dank auszudrücken.

Dass sich die Albaner in Rahden inzwischen gut eingelebt haben, wurde durch die ausgelassene Stimmung und das gute Miteinander mit den freiwilligen Unterstützern in der Flüchtlingshilfe deutlich. So hatten Erald Vata und Kanan Xhakolkari gemeinsam mit Rahdens Flüchtlingsbetreuerin Cornelia Riemer-Griebel und weiteren Kümmerern des Präventionsrats den Abend vorbereitet. Technische Unterstütztung gab es von den Jugendlichen Hannes Nickel und Silas Wolf.

Die beiden albanischen Männer führten als Moderatoren durch die Veranstaltung, die künftig auch von den Flüchtlingen mit anderen Herkunftsländern ausgerichtet wird – als nächstes soll es einen syrischen Abend geben, verriet Riemer-Griebel am Rande des Beisammenseins. Dank der Kooperation des Café-International-Teams und dem Rahdener Präventionsrat wird damit die Integration in der Auestadt weiter mit Leben gefüllt.

Die Frauen hatten landestypische Speisen zu einem Büfett aufgebaut und freuten sich über den großen Zuspruch.

Nachdem sich der Saal des Gemeindehauses am Freitagabend bei der Premiere des internationalen Beisammenseins mit rund 50 Personen, einer bunten Mischung der Kulturen und Altersgruppen, gut gefüllt hatte, stimmten einige Kinder zunächst die Nationalhymne, die sogenannte Hymne an die Flagge, an. Die Flüchtlinge bedankten sich anschließend bei den Ehrenamtlichen – nicht nur für den Abend, sondern auch für die Hilfe. „Ihr Rahdener habt unseren Respekt“, erklärte Erald Vata, zwar im stockenden, aber gut verständlichen Deutsch, und zählte die vielfältige Unterstützung auf, die sie als Flüchtlinge bislang erfahren haben – im Sport, in der Freizeit und bei den Sprachkursen fühlen sich die Flüchtlinge eigenen Aussagen zufolge gut aufgehoben.

Die Flüchtlingsfrauen hatten ein reichhaltiges Büfett zubereitet, um den Gästen die regionalen kulinarischen Spezialitäten näher zu bringen. An den hübsch dekorierten Tischen, die in den albanischen Landesfarben rot und schwarz gehalten waren, kamen die Rahdener in einer Pause so unter anderem in den Genuss von Makkaroniauflauf, verschiedenen Blätterteig-Variationen, gefüllten Weinblättern und diversen orientalisch angehauchten Süßspeisen. Dazu gab es das bei Albanern beliebte Getränk Dhalla, eine Buttermilch-Art mit Salz.

Die Flüchtlingskinder eröffneten die Veranstaltung mit der albanischen Nationalhymne.

Im Anschluss zeigten die Moderatoren in einer Präsentation die Landschaft Albaniens. Dazu hatten sie auch Fakten und Zahlen rund um ihre Heimat zusammengetragen. Zwar blieben die Unruhen und Hintergründe, die zur Flucht der Familien, Männer und Frauen geführt hatten, während des albanischen Abends nahezu unerwähnt. Doch in seinem selbstgeschriebenen Gedicht mit dem Titel „In einem fremden Land“ drückte Erald Vata schließlich doch seine Gefühle aus. Während er eine Version in seiner Muttersprache vortrug, übersetzte Jule Möller für die deutschen Gäste und berichtete von dem „Leben in Hoffnung nach der Flucht“, in der Vata auch die Politik kritisierte.

Durch diesen durchaus nachdenklich stimmenden Abschnitt wurde die allgemein fröhliche Stimmung des Abends aber nicht getrübt: Zu landestypischen Liedern luden die Albaner alle ein, sich an ihrem Kreistanz zu beteiligen und rundeten damit ihren Abend stimmungsvoll ab. – abo

In einem fremden Land        

von Erald Vata
Niemand weißbesser als wir, was es bedeutet ausländisch zu sein.

Unsere Jugend verbringen wir in einem fremden Land.

Wir wandern die Straßen für ein besseres Leben entlang, aber das Herz leidet, für eine kleine Realität in der man frei leben kann.

Um Unterstützung zu finden im Leben und ein wenig Zufriedenheit, sind wir in diesem Leben ausgewandert und weltweite Straßen gelaufen.

Schon für ein wenig Glück, das unser Land uns nie gegeben hat.

Wir haben dieses Land nicht als Verräter verlassen, aber die Politik unseres Landes hat uns getrieben, die Migrationsrouten sind geblieben.

Zurückzukehren in ein gerechtes, friedliches Land bleibt ein kleiner, unerfüllter Traum.

Wir sehen den Kalender, die Tage sind gezählt.

Wir haben verloren die Schule und das Studium.

Alles war in der Schwebe.

Wir haben die Straße voll mit ihren Versprechen genommen.

Bis heute leben wir mit Hoffnung.

 

 

Frieden

von Erald Vata
Ich will Frieden in dieser Welt

Blumen, Liebe und Frühling

Ich will nicht Augen mit Tränen sehen,

Ich will keinen Regen und Wind,

nur Respekt und Verständnis.

Wir lieben einander in jedem Land.

Wir sollten nachdenken was wir tun,

denn wir geben es an unsere Kinder weiter,

egal wo wir leben.

Der Herr hat Frieden für uns geschaffen

Und wir müssen zum Schutz des Friedens

einander mit Ehrlichkeit und Toleranz begegnen.

Die Nationalität ist egal,

es ist egal was wir tun

und auf welchem Kontinent wir leben.

In einer anderen Welt

werden wir alle an einem Ort leben

und müssen den Frieden für uns erreichen.

Deutsch, Albanisch, Italienisch, Türkisch, Arabisch, Chinesisch, Amerikanisch

es ist egal

alle sind Menschen Gottes.


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